Features im Radio

Features

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Irmgard Keun Das literarische Fräuleinwunder Frida Kahlo Gemalter Schmerz Das Kalenderblatt 3.8.2012 Gaby empfängt eine Botschaft vom Hundsstern Sirius A Von Simon Demmelhuber Irmgard Keun - das literarische Fräuleinwunder Autorin: Justina Schreiber / Regie: Petra Herrmann Sie gab dem Heer der Stenotypistinnen in der späten Weimarer Republik eine Stimme. Irmgard Keuns Romane "Gilgi - eine von uns" (1931) und "Das kunstseidene Mädchen" (1932) erzählten von den Sehnsüchten moderner Großstadt-Heldinnen. Mit dem Typus der schlagfertigen, etwas naiven Sekretärin traf die junge Autorin, die selbst im Büro gearbeitet hatte, den Nerv der Zeit. In ihrer witzigen Rollenprosa spiegelten sich Einflüsse von Film und Schlager. Weiblicher Anstand sah anders aus! Die Nationalsozialisten erklärten die Bücher zur "Asphaltliteratur mit antideutscher Tendenz". Keun ging ins Exil und schrieb den zeitkritischen Roman "Nach Mitternacht". Obwohl sich nach dem Zweiten Weltkrieg Rundfunkanstalten und Verleger um sie bemühten, gelang es ihr nicht mehr, an die frühen Erfolge anzuknüpfen. Die Schriftstellerin litt an schwerer Alkoholsucht. Aber kurz bevor sie 1982 starb, konnte Irmgard Keun erleben, wie die feministische Literaturkritik ihre Werke wiederentdeckte. Erstsendung: BR 2018 Frida Kahlo - gemalter Schmerz Autorin: Julia Devlin / Regie: Irene Schuck Frida Kahlos Krankenakte wäre eine beeindruckende Liste von Leiden: Spina bifida, Polio, ein horrender Unfall mit multiplen Knochenbrüchen und inneren Verletzungen, mehr als dreißig Operationen, Fehlgeburten, Abtreibungen, unerfüllter Kinderwunsch, Alkohol- und Tabaksucht, Amputation, Suizidversuch und früher Tod mit nur 47 Jahren. Aber nichts konnte ihren Willen brechen, ihr Leben trotz aller Widrigkeiten voll auszuschöpfen. Eines der Mittel, ihr Leid zu überwinden, war die Malerei. Frida war Autodidaktin, brachte sich das Malen auf dem Krankenbett selber bei und gab ihrem Leben dadurch einen neuen Sinn, nachdem ein Unfall ihre Hoffnungen auf ein Medizinstudium zunichte gemacht hatte. Ihre Bilder spiegeln aber nicht nur ihre Trauer und ihren Schmerz, sondern auch ihre subtile, an Freud geschulte psychologische Beobachtungsgabe und vor allem ihre unbändige Lebensfreude, ihre alegría. Und so schrieb sie noch als Sterbende auf ihr letztes Gemälde, ein Stillleben mit Wassermelonen: "Viva la Vida". Erstsendung: BR 2016 Moderation: Christian Schuler Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Explosion von Beirut

Anatomie einer Katastrophe (2). Gestaltung: Monika Halkort Die Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 war eine der schwersten nicht-nuklearen Katastrophen in der Geschichte. Rund drei Tonnen Ammonium- Nitrat hatten sich plötzlich, aus immer noch ungeklärten Gründen entzündet und eine Druckwelle in Gang gesetzt die das Kernstück des Hafens, sowie die umliegenden Bezirke, in Schutt und Asche legten. 211 Menschen starben, mehr als 6.500 wurden verletzt, mit zum Teil lebenslänglichen Folgen. Der Sachschaden an Häusern und Infrastruktur wird auf 4 Milliarden Dollar geschätzt. Die konkreten Umstände der Katastrophe liegen bis heute im Dunkeln. Fest steht, dass die hochexplosive Chemikalie unter grober Missachtung aller Sicherheitsbestimmungen, auf engstem Raum, unmittelbar neben Feuerwerkskörpern und leicht entflammbaren Autoreifen gelagert war. Die räumliche Anordnung der Güter, so der UN Sprengstoff Experte Gareth Collett, glich einem improvisierten Sprengsatz in der Größenordnung einer Lagerhalle, der nur darauf wartet zu explodieren. Die Umstände waren geradezu darauf ausgelegt, eine Explosion herbeizuführen. Bis dato ist niemand für die Explosion und ihre verheerenden Folgen zu Verantwortung gezogen worden. Führende Beamte der Zoll- und Hafenverwaltung sind zwar unmittelbar nach der Katastrophe verhaftet worden, aber rechtskräftige Urteile und Anklagen stehen aus. Der Untersuchungsrichter, der mit der Ermittlung zu den Ursachen des Desasters betraut wurde, ist mittlerweile abgesetzt worden. Er hatte sich das Recht herausgenommen, führende Regierungsvertreter und Ministeriumsbeamte zum Verhör zu laden, und setzte sich damit ins politische Aus. Anstatt Licht in die dunkle Schattenwirtschaft im Hafen zu bringen, haben alle offiziellen und inoffiziellen Ausklärungsversuche bisher nur neue, ungelöste Fragen und Rätsel zu Tage gebracht. Monika Halkort macht sich in einer 4-teiligen Radiokolleg Reihe auf die Spur der mysteriösen Faktenlage. Ihre Spurensuche führt zurück in die Wirtschaftswunderjahre der 50er und 60er Jahren, als der Libanon und seine Häfen zentrale Verhandlungsmasse im Kampf um die Ölressourcen und die daran geknüpfte politische wie militärische Kontrolle in der Region waren. Der Wettlauf zwischen den damaligen Supermächten USA, Russland und ihrer jeweiligen regionalen Verbündeten, legte den Grundstein für Rentierökonomie, die das Land mehr und mehr von externen Interessen und Investitionen abhängig machte und das politische Leben zutiefst gespalten und an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. Die Explosion im Hafen von Beirut markiert den bislang verheerendsten Höhepunkt einer zutiefst bankrotten wirtschaftlichen und politische Ordnung, die den Staat und seine Infrastruktur zum Selbstbedienungsladen einer kleinen, alteingesessenen Elite an Kauf- und Handelsfamilien gemacht hat.

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Sehnsuchtsort Kleingarten

Vom Nahrungsmittellieferant zum Spekulationsobjekt (2), Gestaltung: Kim Shirin Cupal Man kennt ihn hierzulande vor allem als Kleingarten aber auch als Schreber- oder Heimgarten oder gar als Parzelle ist er den Menschen ein Begriff. All diese Namen beschreiben das Gleiche: ein Stück eigenes Grün, eingezäunt und seit jeher von Kleingartenvereinen verwaltet. Eine besondere Rolle spielen diese Anlagen vor allem in Wien, wo sie längst als eingesessene Institution gelten. Hier gibt es heute über 26.800 Kleingärtner/innen, organisiert in 247 Vereinen. Der Großteil dieser Menschen lebt bereits dauerhaft in den heute mit Einfamilienhäusern versehenen Siedlungen, während eine immer kleiner werdende Gruppe nach wie vor an alten Beeten, Obstbäumen und Holzhütterln festhält. Die Geschichte des Kleingartenwesens ist lang, bunt und vielfältig und vor allem ist sie noch lange nicht am Ende. Es waren einstige Größen, wie der Krankenpfleger und Naturheilkundler Florian Berndl - Schöpfer des Gänsehäufels - die nach und nach die Kleingartenidee in Wien verwirklichten. Mit seinem "Neu-Brasilien" war er einer der ersten, der die Städter durch das Arbeiten im Garten zu einer natürlichen Lebensweise zurückführen wollte. Auch der 1882 in Wien geborene Nationalökonom, Arbeiter- und Volksbildner Otto Neurath gilt als maßgeblicher Mitgestalter der Bewegung. Er gründete 1920 den Österreichischen Verband für Siedlungs- und Kleingartenwesen, um die in Wien herrschenden Wohnungsknappheit und die Not der Siedler zu lindern, die Stadtplanung als Integration von Interessen von oben und unten voranzubringen und um Ordnung in die chaosähnliche Baubewegung bringen zu können. Eine wesentliche Rolle spielte dabei auch die Architektur Ikone Margarete Schüttte-Lihotzky, die 1920 erfolgreich die Zukunft des Wohnens in den Vorstädten propagierte und mit den von ihr entworfenen Notunterkünften, Inneneinrichtungen und Kernhäusern in die Geschichte eingehen sollte. Ein Radiokolleg von den Anfängen, über zur Gegenwart und hin zur Zukunft: Der Kleingarten als einstiger Kinderspielplatz, über zum wichtigsten Nahrungslieferanten für hungernde Städter, bis hin zum begehrten Spekulationsobjekt. Zudem erfahren wir, wie es um die Grünflächen in der Zukunft bestellt ist, welche Rollen sie in einer sich immer stärker erhitzenden Stadt spielen werden und ob weiterhin ein jeder ein Recht auf seinen eigenen kleinen Garten haben wird.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - I have a stream

Musikkonzepte, die die Pandemie überdauern (2). Gestaltung: Katharina Hirschmann Musik zur Verständigung unter verschiedenen Kulturen, um soziale Konflikte zu lösen, um eine kulturelle Tradition fortzuführen. Die Rolle der Musik in unserer Gesellschaft ist seit jeher tief verankert - und äußerst vielfältig. Sie dient der Unterhaltung wie der Reflexion. Die Rolle der Musiker/innen schien bisher klar definiert. Sie waren die Übermittler dieser musikalischen Botschaften, im Rahmen von Tonträgern, vor allem aber im Rahmen von Live-Auftritten. Konzerte sind Raum der Interaktion, des Austauschs, der Reflexion - für die Musiker/innen, aber vor allem auch für das Publikum. Der performative und interaktive Akt, den diese Auftritte darstellten, sind mehr als nur Unterhaltung: sie sind Lebensquell für zahlreiche Menschen. Was aber passiert, wenn diese Form auf einmal nicht mehr existiert? Wenn Musiker/innen der Nährboden ihrer Existenz genommen wird? Wenn dem Publikum dieser Ort des Austauschs und der Reflexion genommen wird? Welche neuen Formen hat diese Situation zutage gebracht? Oder anders gefragt: Wenn das Medium die Botschaft ist, wie ändert sich die Botschaft, wenn das Medium in der bekannten Form nicht mehr existiert? Durch die Unmöglichkeit aufzutreten, wurde die Rolle der Musiker/innen grundlegend in Frage gestellt. Musikvermittlung hat dadurch gezwungenermaßen neue Formen angenommen. Dabei sind alternative Konzepte entstanden, die die Pandemie im besten Fall überdauern werden. Crossmarketing lautet eines der Schlagworte, mit denen Musiker/innen der Krise begegnet sind - und ihr standgehalten haben. In diesem Kontext wurde Musik oftmals zu einem Service, das mit anderen Produkten lediglich mitgeliefert wird. Dabei stellt sich die Frage, ob es zu einer Entwertung der Musik gekommen ist. Ausweichen in andere Räume war eine andere Möglichkeit im Umgang mit der Krise. Das Erkunden der Außenwelt fand Eingang ins Konzertwesen - seien es Wälder, Wiesen oder Dome. Auch das Internet spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Ob TikTok, Youtube oder andere Plattformen. Der virtuelle Raum bot eine Rückzugsmöglichkeit für zahlreiche Musikschaffende, die sich hier auf vielfältige Weise neu aufstellten - sei es in den allseits bekannten Wohnzimmerkonzerten per Stream oder in Form von DJ-Sessions im Rahmen von Computerspielen. Doch all das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die wohl auch nach der Pandemie nicht so schnell rückgängig gemacht werden können. Denn was im Internet angeboten wird, ist zumeist ein kostenloses Service, was nicht nur den Wert der Musik neu festlegt, sondern auch den der Musiker/innen. Es zeichnet sich bereits ab, dass Gagen nach der Pandemie neu verhandelt werden müssen. Die Musikviertelstunde geht der Frage nach, ob und wie man die Rolle der Musiker/innen neu definieren muss und stellt Konzepte vor, die während der Pandemie im letzten Jahr entstanden sind, diese aber überdauern können.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Marcel Proust Auf der Suche Die Belle Époque Kulturphänomen Jahrhundertwende Das Kalenderblatt 3.8.2012 Gaby empfängt eine Botschaft vom Hundsstern Sirius A Von Simon Demmelhuber Marcel Proust - auf der Suche Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Irene Schuck Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1871 - 1922) hat mit seinem siebenbändigen Romanwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" eines der größten literarischen Kunstwerke des 20. Jahrhunderts geschaffen. Ein Meisterwerk, das die Möglichkeiten erkundet, die menschliche Wahrnehmungs- und Erinnerungsfähigkeit über die Grenzen des Verstandes hinauszutreiben. Der Roman entstand im Bett, welches der asthmakranke, ständig frierende, von tausend Ängsten heimgesuchte Autor nur ungern verließ. Sein Leiden zerstörte sein Leben, aber es beflügelte seine Suche nach Weisheit und Wissen, nach einer tiefen, unzerstörbaren, selbst dem Tod trotzenden Vitalität der literarischen Sprache. Erstsendung: BR 2008 Die Belle Époque - Kulturphänomen Jahrhundertwende Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck "Belle Époque", auf Deutsch "schöne Zeit/Epoche" ist ein kulturhistorischer Begriff. Er umfasst die letzten beiden Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts bis 1914. Geografisch ist damit hauptsächlich Frankreich gemeint. Es war die Zeit dauerhaften Friedens, bahnbrechender technischer Entwicklungen wie Flugzeug, Automobil oder Telefon. Das städtische Leben wurde bunter und vielfältiger. Doch es gab auch soziales Elend, Armut und eine nervöse Überreiztheit angesichts der zunehmenden Hektik des Lebens. Es waren vor allem Künstler und Autoren, die die aufkommenden Zweifel an den Segnungen der Moderne, die Mentalitätsveränderung des Menschen artikulierten und in ihren Werken zum Thema machten. Maler brachen mit traditionellen Formen, Schriftsteller wie Guillaume Apollinaire oder Guy de Maupassant experimentierten mit neuen Sichtweisen auf die Wirklichkeit. Moderation: Kristina Thiele Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

Auserlesen Österreichische Autor/innen stöberten im Ö1-Archiv und präsentieren ihre Lieblingssendungen - Favoriten von Andrea Grill "Bei dem Madl muss man die Goschen extra derschlagen." Eine Begegnung mit der Schriftstellerin Christine Nöstlinger. Feature von Julia Schlager "Rotarotaginginging feiabrenntinottakring" Mit den rot glühenden Haaren der feuerroten Friederike hat alles begonnen. Heute, mehr als 150 Bücher später, zählt Christine Nöstlinger zu den bedeutendsten Kinderbuchautorinnen des deutschsprachigen Raumes. Dass Christine Nöstlinger Schriftstellerin wurde, ist dem Zufall geschuldet. Der erste Verleger war ein Bekannter; einem Fremden hätte sie ihr Manuskript nämlich nie gegeben, meint sie heute. Und wäre die feuerrote Friederike nichts geworden, gäbe es keinen Franz, keine Mini und niemanden, der auf den Gurkenkönig pfeift. Die Kinderliteratur wäre damit um eine bedeutende Zahl an frechen, aufmüpfigen und unangepassten Charakteren ärmer; und die Erwachsenenliteratur um gewitzte Ratgeber für "Haushaltsschnecken" und um kompromisslose Gedichte "iba de gaunz oaman Leit". Kinder lagen ihr nie speziell am Herzen, hatte Christine Nöstlinger oft gesagt. Zumindest nicht mehr als andere Menschen. Gerechtigkeit allerdings. Auf politischer Ebene, ebenso wie im scheinbar Banalen, dem Alltäglichen: "Hör sofort auf zu lügen!", schimpfte die Mutter. "Es ist aber die reine Wahrheit!" schrie das Kind. "Schrei mich nicht an!" schrie die Mutter und gab dem kleinen Mädchen eine Ohrfeige.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Merkel-Jahre (5 6/6) Der unwahrscheinliche Weg der Angela M. Feature-Serie von Stephan Detjen und Tom Schimmeck Regie: Tom Schimmeck Produktion: Deutschlandfunk 2021 Teil 5 - Krise ist immer Das Wackeln der Bankentürme, die Eurokrise, Fukushima. Terror - in aller Welt und daheim, die Enttarnung des NSU. Die Annexion der Krim, die "Flüchtlingskrise" und schließlich die Corona-Pandemie - die Ära Merkel ist nahezu permanent im Krisenmodus. Über die Jahre verfestigt sich das Bild der kühlen, multilateralen Krisenmanagerin: immer zur Sache, freundlich-gefasst, stoisch beinahe, stets knapp in der Wortwahl. Der Stil entspricht ihrem Temperament, und wird immer mehr zur politischen Überlebensstrategie. Denn im Kanzleramt an der Willy-Brandt-Straße gehen nur selten alle Lichter aus. Teil 6 - Zeit der Brüche Die Geschichte der Angela Merkel ist alles andere als stringent. Und auch zum Ende hin voller Fragezeichen. Für viele Nicht-CDU-Wähler wird Merkel durch ihre humanitäre Haltung in der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 zur überparteilichen Sympathiefigur. Vom rechten Rand der CDU - und darüber hinaus - schlägt ihr seither Ablehnung und Zorn entgegen. Die AfD, ursprünglich im Streit um den Euro und Europa entstanden, erringt mit einer hart-nationalistischen und fremdenfeindlichen Rhetorik bei der Bundestagswahl 2017 über 12 Prozent der Stimmen. Merkel-Jahre (5/6) - Krise ist immer Merkel-Jahre (6/6) - Zeit der Brüche

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Vom New Deal zum Green New Deal? Die Idee vom großen sozialökologischen Umbau Von Martina Groß (Wdh. v. 03.11.2020) Seit zwei Jahren ist er in der Debatte: der Green New Deal. Klimaaktivisten dies- und jenseits des Atlantiks fordern ihn. Nichtregierungsorganisationen haben eine entsprechende "Roadmap" für Europa vorgelegt und auch die EU hat eine angekündigt: Bis 2050 soll ihr zufolge der ganze Kontinent klimaneutral umgebaut werden. Prominentester Vertreter der Idee ist der US-Ökonom Jeremy Rifkin, dessen Buch "Der globale Green New Deal" weltweit ein Bestseller ist. Allen Green New Deals gemeinsam ist die Idee des geregelten ökologischen und sozialen Umbaus der fossil befeuerten Gesellschaft. Nicht nur sprachliches Vorbild ist dabei der populäre New Deal aus den USA der 30er-Jahre. Mit dem unter Präsident Franklin D. Roosevelt umgesetzten Programm wurden die USA durch Finanzmarkt, Konjunktur- und Strukturmaßnahmen umfassend modernisiert. Für die Green New Dealer ein Beweis, dass Gesellschaft gestaltbar ist und dass abgestimmtes politisches Handeln auch einen großen Umbau möglich macht.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Die Akte Hanna Von Senta Höfer Regie: Cordula Dickmeiß Mit: Imogen Kogge, Leonie Rainer, Leopold von Verschuer, Thomas Arnold, Jon Kiriac Ton: Jan Fraune Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019 Länge: 56"29 Die Rumäniendeutsche Helga Höfer arbeitete in Bukarest als Journalistin für den Bayerischen Rundfunk. Das machte sie interessant für den Geheimdienst. Über dreißig Jahre später öffnet ihre Tochter Senta Höfer die nun zugängliche Securitate-Akte. In den 70er- und 80er-Jahren arbeitete die Rumäniendeutsche Helga Höfer als Journalistin für den Bayerischen Rundfunk. Sie recherchierte, bahnte Kontakte an, führte Interviews und übersetzte. Die westdeutschen Korrespondenten strickten daraus ihre Beiträge. Sie selbst war selten im Fernsehen zu sehen, wurde aber ausgiebig abgehört. Über 30 Jahre später lässt sich ihre Tochter Senta Höfer die Securitate-Akte zeigen und findet eine teils unfreiwillig komische, teils gespenstische Chronik ihrer eigenen Kindheit in Bukarest vor. Und sie erkennt, wie die Folgen der Beschattung bis in die Gegenwart reichen. Senta Höfer, geboren 1971 in Bukarest, studierte nach der Ausreise in die Bundesrepublik (1988) Germanistik und Journalistik in London, Bamberg, Antwerpen und New York. Zunächst freie journalistische Tätigkeit; dazu Projektarbeit für das UN-Flüchtlingshilfswerk, Stiftungen und das Auswärtige Amt, v.a. im Kulturbereich und der internationalen Diplomatenausbildung; aktuell Aufbau und Leitung des "Global Diplomacy Lab". Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. Die Akte Hanna

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Die Explosion von Beirut. Anatomie einer Katastrophe (2). Gestaltung: Monika Halkort Sehnsuchtsort Kleingarten. Vom Nahrungsmittellieferant zum Spekulationsobjekt (2). Gestaltung: Kim Shirin Cupal I have a stream. Musikkonzepte, die die Pandemie überdauern (2). Gestaltung: Katharina Hirschmann

Montag Mittwoch